Loretto Krankenhaus

Bauvorhaben:

Aufstockung Wirtschaftsgebäude Loretto-Krankenhaus Freiburg

Architekt:

PEG mbH

Honorarzone:

HZ IV

Leistungsbild:

LPH 1 bis 6 und 8

Konstruktion:

- 1-geschossige massive Aufstockung des Wirtschaftsgebäudes

- weitgespannte punktgestützte Stb.-Flachdecke (als COBIAX©-Decke)

- aufwendige Nachrechnung des fugengetrennten Bestandsgebäudes im

  Hinblick auf die Erdbebensicherheit

 Besonderheit:

Die tragwerksplanerische Schwierigkeit in der Aufstockung bestand in der Beurteilung der vorhandenen Gebäudeaussteifung insbesondere in Bezug auf dessen Erdbebensicherheit.
Das durch Dehnfugen in 3 einzelne Baukörper unterteilte Funktionsgebäude war bereits im Bestand mit einer für Erdbebenlasten unzureichenden Gebäudeaussteifung erbaut. Im Zuge der geplanten 1-geschossigen massiven Aufstockung und den nach heutiger Erdbebennorm deutlich erhöhten Beanspruchungen im Vergleich zum Erstellungsjahr, war ein rechnerischer Nachweis des Bestandsgebäudes nicht möglich.
Erst mit einer einfachen (aber entscheidenden) Idee, das Bestandsgebäude - ohne erforderliche Eingriffe in die in Betrieb befindlichen unteren Geschosse - so zu verstärken, dass die statischen Anforderungen rechnerisch nachweisbar von den Bestandsbauteilen aufgenommen werden können, konnte die Aufstockung realisiert werden.
Um die unzureichende Aussteifung des Bestandsgebäudes zu verbessern, wurden die durch Dehnfugen getrennten 3 Einzelbaukörper durch kraftschlüssige, zug- und druckfeste Verbindungen zu einem „monolithischen“ Gesamtgebäude zusammengefügt, um damit die aus der Aufstockung und der Erdbebenbeanspruchung resultierenden Einwirkungen soweit zu reduzieren, dass diese von den Bestandsbauteilen aufgenommen werden können. Diese kraftschlüssige Kopplung der Bestandsdehnfugen war möglich, da die Zwangsbeanspruchungen des Altbaus – die beim Bau ausschlaggebend für die Ausführung der Dehnfugen waren – in den über 40 Jahren seit der Erstellung bereits abgeklungen sind.
Mit aufwendigen Nach- und Vergleichsberechnungen des gesamten Gebäudes - insbesondere auch wegen der unvollständigen Bestandsunterlagen - und intensiver Überzeugungsarbeit, konnte auch der überwachende Prüfingenieur dieser Konzeption zustimmen.
Durch diese Lösung einer optimierten Tragwerksplanung in Verbindung mit einem aufwendigen rechnerischen Erdbebennachweis konnte der vollständige Betrieb des Bestandsgebäudes aufrechterhalten und dem Bauherren damit eine wirtschaftliche Erweiterung des Bestandsgebäudes – im Vergleich zu einem Ersatz- oder Ergänzungsneubau – ermöglicht werden.

Folgende PDF- Dateien stehen Ihnen zum Download zur Verfügung:

Datenblatt